Unser Schwimm­ver­ein möch­te inklu­si­ver wer­den – wo fan­gen wir an?

Inklu­si­on beginnt nicht mit einer spe­zi­el­len Grup­pe oder einem beson­de­ren Kurs. Inklu­si­on beginnt mit der Hal­tung, dass jeder Mensch das Recht hat, am Schwim­men teil­zu­neh­men und Schwim­men zu ler­nen.

Vie­le Ver­ei­ne den­ken zunächst an zusätz­li­che Ange­bo­te für Men­schen mit Behin­de­run­gen. Oft ist der ers­te Schritt jedoch viel ein­fa­cher: Bestehen­de Ange­bo­te so zu gestal­ten, dass mehr Men­schen dar­an teil­neh­men kön­nen. Dazu gehö­ren bei­spiels­wei­se:

Trai­ner und Übungs­lei­ter sen­si­bi­li­sie­ren und qua­li­fi­zie­ren

Fach­wis­sen schafft Sicher­heit. Fort­bil­dun­gen, wie bei­spiels­wei­se die Qua­li­fi­zie­rung zum Inklu­si­ons­schwimm­leh­rer beim Deut­schen Schwimm­leh­rer­ver­band e. V., hel­fen dabei, Berüh­rungs­ängs­te abzu­bau­en und Hand­lungs­si­cher­heit zu gewin­nen.

Offen auf Fami­li­en zuge­hen

Eltern wis­sen oft sehr genau, wel­che Unter­stüt­zung ihr Kind benö­tigt. Ein offe­nes Gespräch vor Kurs­be­ginn schafft Ver­trau­en und hilft, pas­sen­de Rah­men­be­din­gun­gen zu gestal­ten.

Den Fokus auf Was­ser­kom­pe­tenz legen

Alle Kin­der ler­nen über die­sel­ben Grund­la­gen: Atmen, Tau­chen, Sprin­gen, Schwe­ben und Glei­ten. Nicht die per­fek­te Schwimm­tech­nik steht am Anfang, son­dern die siche­re und selbst­stän­di­ge Bewe­gung im Was­ser.

Offe­ne Eltern-Kind-Kur­se als Bei­spiel für geleb­te Inklu­si­on

Ein nied­rig­schwel­li­ges und erfolg­rei­ches Modell sind offe­ne Eltern-Kind-Schwimm­kur­se. Hier ler­nen Kin­der gemein­sam mit ihren Bezugs­per­so­nen und kön­nen sich ent­spre­chend ihres indi­vi­du­el­len Ent­wick­lungs­stan­des mit dem Was­ser ver­traut machen. Sol­che Kurs­kon­zep­te ent­las­ten gleich­zei­tig die Trai­ner, da Eltern aktiv in den Lern­pro­zess ein­ge­bun­den sind und ihre Kin­der direkt unter­stüt­zen kön­nen. Dar­über hin­aus ent­ste­hen wert­vol­le Begeg­nun­gen zwi­schen Fami­li­en. Gera­de Eltern von Kin­dern mit beson­de­ren Bedürf­nis­sen erle­ben häu­fig, dass sie mit ihren Fra­gen und Her­aus­for­de­run­gen nicht allein sind. Der Aus­tausch unter­ein­an­der stärkt, schafft Gemein­schaft und för­dert gegen­sei­ti­ge Unter­stüt­zung. Die Kin­der pro­fi­tie­ren davon, dass sie ohne Leis­tungs­druck und Ver­glei­che in ihrem eige­nen Tem­po ler­nen dür­fen.

Bar­rie­ren erken­nen und abbau­en

Manch­mal sind es nicht die Beein­träch­ti­gun­gen selbst, son­dern orga­ni­sa­to­ri­sche oder räum­li­che Hür­den, die eine Teil­nah­me erschwe­ren. Schon klei­ne Anpas­sun­gen kön­nen einen gro­ßen Unter­schied machen.

Viel­falt sicht­bar machen

Men­schen füh­len sich dort will­kom­men, wo sie sich wie­der­fin­den. Inklu­si­ve Bil­der, eine kla­re Will­kom­mens­kul­tur und eine offe­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on zei­gen: Bei uns sind alle will­kom­men.

Schritt für Schritt wach­sen

Nicht jeder Ver­ein kann sofort alle Vor­aus­set­zun­gen schaf­fen. Inklu­si­on ist ein Ent­wick­lungs­pro­zess. Wich­tig ist, den ers­ten Schritt zu gehen und Erfah­run­gen zu sam­meln.

War­um sich die­ser Weg lohnt

Inklu­si­ve Ver­ei­ne gewin­nen nicht nur neue Mit­glie­der. Sie schaf­fen Gemein­schaft, för­dern gegen­sei­ti­gen Respekt und ermög­li­chen Kin­dern und Erwach­se­nen wert­vol­le Erfah­run­gen im Mit­ein­an­der. Davon pro­fi­tie­ren letzt­lich alle Betei­lig­ten.

Inklu­si­on bedeu­tet nicht, für ein­zel­ne Men­schen etwas Beson­de­res anzu­bie­ten. Inklu­si­on bedeu­tet, Ver­eins­le­ben so zu gestal­ten, dass mög­lichst vie­le Men­schen selbst­ver­ständ­lich dazu­ge­hö­ren kön­nen.